Fachwerk

Einfaches Fachwerk Einfaches Fachwerk. Die Grundlage eines Fachwerkhauses.

Im Zusammenhang mit unserem Schnäppchenhaus geht es immer wieder um Fachwerk. Fachwerk ist ein Begriff aus der Mechanik. Er bezeichnet ein zwei- oder dreidimensionales, diagonal versteiftes Gitter. Im Fachwerk treten hauptsächlich Zug- und Druckkräfte auf. Das macht Fachwerkkonstruktionen leicht und dennoch stabil. Dieses Prinzip wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt. Oft kann man es heute bei Eisenbahnbrücken, Stommasten und Kränen sehen.

Einfaches Fachwerk

Fachwerk ist gerade im Holzbau eine ideale Konstruktionsweise. Holz ist in Längsrichtung, bei Zug- oder Druckbelastung sehr stabil. Unter Biegekräften verformt es sich dagegen viel leichter. Eine ideale Fachwerkkonstruktion nimmt alle Kräfte in Zug- oder Druckrichtung auf. Dadurch lassen sich leichte aber dennoch steife Konstruktionen erstellen.

Das Wissen um die Stabilität des Fachwerks wurde in Deutschland seit dem 13ten Jahrhundert im Hausbau eingesetzt. Das älteste bekannt Fachwerkhaus steht in Esslingen und wurde um 1262 errichtet.


Fachwerkwand

Hier eine der von uns geöffneten Fachwerkswände im Erdeschoß. Links am Kamin und rechts in der Außenwand sind die Fachwerksbalken aus Eiche. Die Balken dazwischen wurden sicherlich aus Kostengründen in Nadelholz ausgeführt.

Im Hausbau setzt sich das Fachwerk aus der Holzkonstruktion und den dazwischenliegenden Gefachungen zusammen. Als Konstruktionsholz wurde oft Eiche oder auch Nadelholz verwendet. Zum Füllen der Gefachungen wurde das jeweils in der Region vorhandene Material verwendet. Lehmverputztes Holzgeflecht, Bimsstein, Ziegel, Klinker, Naturstein, Strohlehm, uvm.

Fachwerkswand mit Gefachung in Bims / Strohlehm

Hier links kann man die Gefachungen aus Bimsstein und Strohlehm gut erkennen. Auf der Diagolalstrebe sieht man noch ein Stück Wasserleitung, den Wasserhahn und die Halterung für ein Waschbecken.

Bei unserem Fachwerkhaus ist die innere Holzkonstruktion aus Nadelholz. Alle Balken in den Außenwänden und um den Kamin sind Eiche. Die Gefachungen sind mit Bimsstein und Strohlehm ausgefüllt. Verputz wurden die Wände mehrschichtig mit Lehm. Erst mit einer Schicht Strohlehm, darüber liegende Schichten mit reinem Lehm. Über die Jahre hat man an vielen Wänden über den Lehmputz noch eine Schicht Gipsputz aufgebracht. Auch Mineralputz wurde an einigen Stellen zur Reparatur verwendet.

Fachwerksverbindungen

Klassisch sind die Verbindungen im Fachwerksbau als Zapfenverbindung ausgeführt. Um die Fachwerkbalken zu verbinden wurden Holznägel verwendet. Verzapfung im Fachwerk mit HolznägelnIn unserem Schnäppchenhaus sind alle Holznägel aus Eiche gefertigt. Im Bild oben sieht man eine gerade Zapfenverbindung für zwei Querbalken die in den stehenden Balken eingezapft und mit Holznägeln fixiert sind. Zapfenverbindung zu einem Diagnalstreben

Hier noch eine ähnliche Verbindung wie oben, jedoch rechts mit einem diagonalen Streben. Geschickt wurde hier für die Anbindung ein Astansatz verwendet um bei dem klein dimensionierten Balken genug Material für das Zapfenloch zu bekommen.

Fachwerksbalken mit Zapfenloch und HolznagelBei dem Balken links kann man schön das Zapfenloch und den Holznagel erkennen. (Der Holznagel wurde von uns erneuert.) Die Rille in der Mitte des Balkens sorgte für den Halt der Gefachung. Dieser Fachwerkbalken aus Eiche ist inzwischen ein Teil unserer Einbauküche geworden.

Foto: Dago

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