Dach Blick von der Giebelseite unter das Dach, vor der Renovierung

Renovierung des Dachs

Ursprünglich war der Plan, das Dach zu reparieren. Aber wie so oft bei unserem Schnäppchenhaus offenbart sich erst bei genauerem hinsehen was unter der Oberfläche versteckt ist. Viele der Dachlatten und Sparren waren schon sehr angegriffen. Wir haben uns nach Rücksprache mit einem Dachdecker dazu entschieden das Dach komplett neu zu machen. Das kostet zwar erst einmal etwas mehr, langfristig sollte sich diese Investition aber bezahlt machen. Auch die Gewissheit das Haus zumindest von oben trocken zu haben trug zu unserer Entscheidung bei.

Bestandsaufnahme der Schäden am Dach

Etwa 40% der Dachlatten und Sparren sind angefault. Auch der Holzwurm hat dazu einige beigetragen. An den Tragbalken sieht es etwas besser aus. Es sind nur 2 Stellen an denen wir daran etwas Austauschen müssen.
Die Dachpfannen sind zum Teil schon in den letzten Jahren ersetzt worden. Leider oft mit nicht exakt passenden Pfannen. Bei vielen sind die Haltenasen abgebrochen. Die Dachrinnen sind zum Teil undicht und verbogen. Die müssen so oder so ersetzt werden. Auch die Fallrohre müssen wir erneuern.

Entscheidung für eine umfassende Renovierung

Da wir das Dach ja komplett abdecken müssen um Sparren und Dachlatten zu erneuern fiel uns die Entscheidung leicht auch noch neue Dachpfannen zu nehmen. Auch sollte das Dach so umgebaut werden, das wir es später anständig isolieren können. Dazu waren die bestehenden Sparren zu dünn.
Wir hätten auch bei einer Teilsanierung die Sparren alle aufdoppeln müssen.

Dach vor der SanierungIn dem Bild kann man gut sehen wie das Dach durchhängt. Ursache waren hier die fauligen Hölzer. Die unter der Last schon beginnen nachzugeben. Wir wollen gar nicht wissen, wie das im Winter mit zusätzlicher Schneelast aussieht.

Verfaulter StuhlrähmHier kann man gut eine der faulen Stellen erkennen. Die neuen Sparren sind auf dem Bild schon drin. Auch wenn, wie man sieht, hinter dem morschen Stuhlrähm schon aufgedoppelt ist muss der Balken aber dennoch ersetzt werden.

Angebote für die Dachsanierung

Wir haben uns für einen Dachdecker aus der Nachbarortschaft entschieden. Wichtiger als der billigste Preis war uns das die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Wichtig war uns auch, soviel wie möglich von dem später sichtbaren Holz zu erhalten und nicht einfach alles neu zu machen. Jakob Johns, der seine Dachdeckerei in Wehnrath hat, hat uns schon bei der ersten Angebotsbesprechung gefallen. Wir hatten den Eindruck das er ein Handwerker der alten Schule ist. Auch wenn er noch recht jung ist. Dieser Eindruck hat sich später auch bestätigt.

Angeboten wurden:

1 Abbrucharbeiten incl. Entsorgung
2 Dachentwässerung (Zinkblech)
3 Dacheindeckung incl. allen Blechen und Schiefer für den Giebel
4 Allseitiges Gerüst für die Bauzeit

Zu Grunde lagen: Etwa 100 m² Dachfläche, 2 Fallrohre, ca. 16m Dachrinnen, ein Kamin, Anschluss an das Dach des Nachbarn, keine Dachfenster.

Die Preisspanne über alle Angebote war von 9.900,- bis 14.000,- Euro.
Das billigste Angebot wies erhebliche Lücken auf. Das wird leider oft so gemacht, damit man Dinge die zwingend notwendig sind nachher drauf rechnen kann. Der Dachdecker hatte sich für uns gleich disqualifiziert. Ist doch gut, wenn man ein paar Jahre als Bauleiter gearbeitet hat.

Die anderen Angebote waren nahe genug beieinander, das wir frei nach unserem Gefühl entscheiden konnten. Mit Jakob Johns konnten wir uns schnell einigen. Per Handschlag besiegelten wir den Auftrag und den Winterrabatt den er uns gewährt hatte. Natürlich haben wir der Ordnung halber noch einen Auftrag gefaxt.

Das Gerüst wird aufgebaut

Gerüst wird aufgebautAls ich um 9:00 Uhr auf die Baustelle kam, war das Gerüst schon weitgehend aufgebaut. Mit vier Mann hatten die das Gerüst bis 11:00 hingestellt und gesichert. Einziges Problem war, wir konnten die Garage nicht mehr schließen. Nachdem ich dazu mit Herrn Johns telefoniert hatte, baute er kurzfristig ein Folientor vor die Garageneinfahrt. Kein Problem mehr!

Leider hatten wir die nächsten Tage kein Glück mit dem Wetter. Erst in der dritten Woche nach dem Gerüstaufbau konnten wir mit dem Abbruch beginnen.

Abriss des alten Dachs

Durch die wetterbedingte Verschiebung konnten wir leider nicht aktiv am Abriss mitarbeiten. Als ich das erste mal auf die Baustelle konnte, waren alle alten Schindeln und die Dachlatten schon runter.

Der ursprüngliche Plan war, die Dachsparren aufzudoppeln. Das Holz der Sparren war an vielen Stellen schon arg angegriffen. Auch die Sparrenabstände waren sehr unterschiedlich. Das brachte uns zur Entscheidung alle Sparren abzureißen und neue , in gleichmäßigen Abständen, einzubauen. Das würde uns später die Dämmung deutlich erleichtern.

Ausbesserungen und Änderungen am Dachstuhl

Wir haben uns entschieden die Kehlbalken zu entfernen um den Dachraum ohne Spitzboden zu realisieren. Nun ist der Dachraum offen bis unter den First. Dadurch gewinnt der ganze Raum. Nur in der Mitte des Raumes, mussten wir aus statischen Gründen einen der Kehlbalken erhalten.

Dach innen, nach der Sanierung und UmbauSo sieht der Dachraum ohne Kehlbalken in Richtung Giebelseite aus. Noch gibt es keine Fenster aber es ist schon ein beeindruckender Raum entstanden.

Einen Teil eines Stuhlrähms, also des Balken auf dem die Kehlbalken aufliegen, mussten wir austauschen. Dieser war, wie man in dem dritten Bild oben sehen kann, schon fast durchgefault. Da man den Stuhlrähm nach dem Dachausbau noch sehen würde, war es uns wichtig das er mit Holzverbindungen eingebaut wird und nicht mit Stahlelementen. Also habe ich aus einem der Abrissbalken eine Diagonalstrebe gefertigt. Diese habe ich wie bei den alten Holzverbindungen, gezapft und mit Holznägeln befestigt.

Ausgebesserter Stuhlrähm mit DiagonalstrebeDiagonalstrebe eingezapft und mit Holznägeln befestigt. Für die Verlängerung des Stuhlrähms haben wir einen einfachen Blattstoß gefertigt. Die Statik ist gewährleistet da der Stuhlrähm auf der ganzen Länge mit der dahinterliegenden Aufdopplung verschraubt ist.

Man wird nach den Dachausbau den neuen Teil des Stuhlrähms zwar sehen aber er sollte sich in das Gesamtbild halbwegs einfügen. Wir finden, das man durchaus sehen darf wo das Gebälk erneuert werden musste.

Aufbau des neuen Dachs

Wie heute üblich haben wir auf die Sparren eine Unterspannbahn verlegt. Darauf Dachlatten. Einmal längs und darüber quer. Das sichert die Hinterlüftung des Dachs. Aus finanziellen Gründen haben wir erst einmal auf Dachfenster und die geplante Dachterrasse verzichtet.

Eindecken des DachsUnser Dach während des Eindeckens. Rechts kann man die Verstärkung für den Dachüberstand am Ortgang sehen. Links die Bleche zum Nachbardach.

Durch die Aufdopplung der Sparren wird das Dach etwas höher. So muss der Übergang zum Nachbardach mit Blechen abgedichtet werden. Sturmsicherung an DachpfanneAn der Giebelseite lassen wir das Dach etwas weiter (etwa 30cm.) überstehen als ursprünglich. Das sorgt für weniger Schlagwasser auf der Wand und gibt uns etwas Spielraum, falls wir giebelseitig mal eine Außendämmung anbringen wollen.

Etwa jede vierte Schindel bekommt eine Sturmsicherung. Das ist ein verzinkter Draht, der an der Dachlatte befestigt wird und die Schindel gegen anheben sichert.

Für die Abdichtung am Kamin und ebenso für den Stromanschlussmasten entscheiden wir uns für Walzblei. Eine der preiswertesten Varianten. Diese wird mit Acryl in der Dachfarbe beschichtet. Das erhöht die Lebensdauer des Walzbleis und sieht nach unserer Meinung auch besser aus. Der Stromanschlussmast wird später noch vom Energieversorger abgedichtet.

Acrylbeschichtung des Walzbleis am KaminDie Eindeckung um den Kamin und die Abdichtung mit Walzblei sind angebracht. Nun wird das Walzblei noch mit Acryl beschichtet.

An der Traufe bringen wir noch einen Kunststoffkamm an. Der soll Tieren das Eindringen ins Dach erschweren.

Traufe und DachrinneSchiefer am OrtgangWie man auf dem Bild sehen kann haben wir uns für einfache Zinkblech Dachrinnen und Fallrohre entschieden. Pragmatisch und preiswert. Den Ortgang haben wir mit Echtschiefer verblendet. Auch wenn erst mal die Giebelseite und die Rückseite mit Asbesthaltigen Faserbetonschindeln verkleidet sind.

Noch ein paar Worte zur ausführenden Firma:

Schon in der Angebotsphase hatte Jakob Johns (Webseite) uns durch Kompetenz beeindruckt und auch seine Bodenständigkeit hat uns gefallen. Das die Dachdeckerei gleich im Nachbarort Wehnrath ansässig ist und sein durchdachtes Angebot waren weitere Gründe warum wir ihm den Auftrag gaben.

Jakob Johns hat mit seinen Leuten das Dach zu unserer vollsten Zufriedenheit (so schreibt man das wohl in einer Bewertung) saniert. Er war für uns immer ansprechbar und hatte ein offenes Ohr für unsere Wünsche. Was ich noch für erwähnenswert halte, gerade weil es heute nicht mehr üblich ist: Alle seiner Mitarbeiter, die bei unserem Dach mitgearbeitet haben, sind ausgebildete Handwerker. Ich war mit den Leuten ein paar Tage mit auf dem Dach und hatte nie den Eindruck das einer davon nicht wüste was er tut. Ich habe noch einiges dazugelernt. Danke dafür!

Auch kleinere Probleme hatte er ohne Diskussion in unserem Sinne gelöst. So hatten z. B. die Gerüstbauer einen Teil des Gerüsts auf unser Garagendach gestützt. Dabei sind einige Schindel zerbrochen. Das wurde ohne Diskussion sofort nach Abbau des Gerüsts repariert.

Ich kann den Dachdecker Jakob Johns nur empfehlen. Wir werden ihn sicher wieder beauftragen wenn wir einen Dachdecker brauchen sollten.

Foto: Markus Lenk

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